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2025-08-23 12:25 Lesezeit: 7 Min

Cracker Barrel: Logo-Redesign entfacht Sturm der Entrüstung – Kundenwut, Aktieneinbruch, "Woke"-Debatte

Cracker Barrel Old Country Store, Inc., eine Marke, die untrennbar mit amerikanischem Südstaaten-Komfort und Gastfreundschaft verbunden ist, steht nach einer umfassenden Markenauffrischung, die ein neu gestaltetes Logo umfasste, im Fokus erheblicher öffentlicher und marktbezogener Prüfung. Diese strategische Initiative, Teil der unternehmenseigenen Kampagne „All the More“, zielte darauf ab, das Markenimage für zeitgemäße digitale Plattformen zu modernisieren und gleichzeitig ihr Erbe zu würdigen. Allerdings hat dieser Schritt, insbesondere die Vereinfachung des ikonischen Logos, einen vehementen Gegenwind von einem Teil ihrer loyalen Kundschaft ausgelöst, was zu einem spürbaren Rückgang der Aktienperformance führte.

  • Cracker Barrel hat eine umfassende Markenauffrischung durchgeführt, einschließlich eines neu gestalteten Logos.
  • Die Kampagne „All the More“ zielt darauf ab, das Markenimage zu modernisieren, während das Erbe gewahrt bleiben soll.
  • Das ikonische Logo wurde zum ersten Mal seit 48 Jahren vereinfacht und zeigt nun ausschließlich Text.
  • Die Änderung hat einen vehementen Gegenwind von loyalen Kunden ausgelöst und zu einem Rückgang der Aktienperformance geführt.
  • Die Kampagne umfasste neue Menüangebote und ein Pop-up-Event in Manhattan.

Die Kampagne „All the More“ und das Logo-Redesign

Die Kampagne „All the More“ umfasst verschiedene Elemente, von neuen Menüangeboten bis hin zu einem Pop-up-Event, das auf Manhattans Gansevoort Plaza stattfand. Diese Veranstaltung mit dem Titel „A Taste of Country, Anytime“ sollte Cracker Barrels charakteristische Südstaaten-Hausmannskost und Gastfreundschaft einem städtischen Publikum näherbringen, obwohl der nächste feste Standort etwa 45 Meilen entfernt ist. Zentraler Bestandteil der Kampagne und Quelle der Kontroverse ist das Redesign des Logos. Zum ersten Mal seit 48 Jahren zeigt das Logo nun ausschließlich Text und entfernt das vertraute Bild von „Uncle Herschel“, der an einem Fass lehnt, welches seit 1977 ein Markenzeichen war.

Unternehmensreaktion und Rechtfertigung

Als Reaktion auf die Kritik betonte ein Unternehmenssprecher, dass die Grundwerte und das „Herz und Seele“ von Cracker Barrel unverändert blieben. „Uncle Herschel bleibt in unseren Restaurants und auf unserer Speisekarte präsent“, stellte der Sprecher klar und verband ihn mit „The Herschel Way“, der die Gastfreundschaftsstandards des Unternehmens leitet. Cracker Barrels Chief Marketing Officer, Sarah Moore, bekräftigte diese Haltung und erklärte: „Unsere Geschichte hat sich nicht geändert. Unsere Werte haben sich nicht geändert. Mit ‚All the More‘ ehren wir unser Erbe und bringen gleichzeitig frische Energie, durchdachte Handwerkskunst und herzliche Gastfreundschaft zu unseren Gästen in diesem Herbst.“ Das Unternehmen sieht diese fünfte Evolution seines Logos als Rückgriff auf sein ursprüngliches, rein textbasiertes Design von 1969, optimiert für digitale und traditionelle Beschilderungen.

Markt- und öffentliche Gegenreaktion

Negative Reaktionen und Kritik

Trotz der Zusicherungen des Unternehmens war die Markt- und öffentliche Reaktion weitgehend negativ. Nach der Ankündigung erlebte die Aktie von Cracker Barrel einen deutlichen Rückgang. Kritiker aus verschiedenen Sektoren äußerten schnell ihren Unmut und warfen dem Unternehmen vor, seine traditionelle Identität und Werte aufzugeben. Sean Davis, CEO von The Federalist, äußerte Skepsis bezüglich des Pop-up-Standorts in Manhattan und deutete an, dass dies den Wunsch widerspiegele, ein anderes demografisches Segment anzusprechen. Der Konkurrent Steak 'n Shake veröffentlichte eine Stellungnahme auf X, in der er Cracker Barrels Versuch kritisierte, „die Persönlichkeit ganz zu löschen“ und sich von seinem Erbe im Streben nach „Trendsettern“ zu lösen.

Politischer Gegenwind und „Woke“-Vorwürfe

Der Gegenwind reichte bis in die politische Kommentierung, wobei Persönlichkeiten wie Senatorin Marsha Blackburn aus Tennessee und Donald Trump Jr. öffentlich ihre Enttäuschung äußerten und eine Rücknahme der Entscheidung forderten. Es kamen Vorwürfe auf, die Marke „werde woke“, was Parallelen zu anderen jüngsten Kontroversen großer Marken zog. Dies ist nicht der erste Fall, in dem Cracker Barrel wegen Modernisierungsbemühungen auf Kundenwiderstand stößt; eine frühere Aktualisierung der Restaurant-Interieurs, die von einer antiken Südstaaten-Ästhetik zu einer helleren, zeitgemäßeren Atmosphäre überging, löste ebenfalls Kritik aus. Diese anhaltende Herausforderung unterstreicht das feine Gleichgewicht, das Einzelhandels- und Gastgewerbemarken finden müssen zwischen der Entwicklung für neue Zielgruppen und der Bewahrung der historischen Elemente, die ihre Kernidentität definieren und bei langjährigen Kunden Anklang finden.

Sophie Krüger
Autor
Deutschland

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