Der eskalierende parteipolitische Stillstand in Washington hat ein spürbares Gefühl der Unsicherheit geschaffen. Die Finanzmärkte spiegeln die wachsende Erwartung wider, dass der Stillstand der Bundesregierung bis weit in den kommenden Monat andauern wird. Händler auf prominenten Prognoseplattformen setzen erhebliche Summen, was auf eine kollektive Stimmung hindeutet, dass eine Lösung nicht unmittelbar bevorsteht. Diese anhaltende Haushaltsblockade hat erhebliche Auswirkungen auf Bundesbedienstete und die breitere Wirtschaftslandschaft, da die anhaltende Natur solcher Unterbrechungen oft kaskadierende Effekte nach sich zieht.
Marktstimmung und Auswirkungen auf Bundesangestellte
Auf Plattformen wie Kalshi und Polymarket wettet ein erheblicher Teil der Marktteilnehmer auf eine Verlängerung des Stillstands. Kalshi-Händler beispielsweise weisen dem Verbleib der Regierung bis zum 31. Oktober eine Wahrscheinlichkeit von 65 % zu, wobei bemerkenswerte 52 % eine Dauer von über 36 Tagen erwarten. Ungefähr 44 % dieser Händler gehen davon aus, dass der Stillstand über 40 Tage andauern wird. Das gesamte Handelsvolumen, das diesem Markt gewidmet ist, hat 8,1 Millionen US-Dollar überschritten, was das tiefe Engagement der Finanzgemeinschaft in die sich entwickelnde Situation unterstreicht.
Unterdessen ist die Stimmung auf Polymarket noch ausgeprägter: 100 % der Händler erwarten, dass der Stillstand mindestens bis zum 15. Oktober andauert. Über 2,6 Millionen US-Dollar wurden auf diesen spezifischen Markt gesetzt. Darüber hinaus sind innerhalb des Handels, der bis zum 15. November reicht, eine beträchtliche Gruppe von rund 26 % der Händler davon überzeugt, dass der Stillstand bis zum 16. November andauern wird. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Quoten die Erwartungen der Händler und nicht definitive Vorhersagen darüber darstellen, wann die Regierung ihren vollen Betrieb wieder aufnehmen wird.
Historischer Kontext und Präzedenzfälle
Die Bundesregierung stellte am 7. Oktober um 00:01 Uhr ET offiziell den nicht wesentlichen Betrieb ein, was zur Beurlaubung zahlreicher Bundesangestellter führte. Historisch gesehen waren solche Stillstände vorübergehende Maßnahmen, wobei Bundesangestellte in der Regel wieder eingestellt und rückwirkend entschädigt wurden, sobald der Kongress eine Einigung über die Finanzierung erzielt hatte.
Der aktuelle Stillstand folgt einem Muster von Haushaltsstreitigkeiten, die in der Vergangenheit zu Regierungsschließungen geführt haben. Seit 1976 gab es in den Vereinigten Staaten zwanzig solcher Stillstände. Der längste davon ereignete sich von Dezember 2018 bis Januar 2019 und dauerte 34 Tage aufgrund eines Streits über die Finanzierung der vom damaligen Präsidenten Donald Trump vorgeschlagenen Grenzmauer. Dieser historische Präzedenzfall unterstreicht das Potenzial für anhaltende Unterbrechungen, wenn der legislative Konsens schwer zu erreichen ist.
Das Weiße Haus hat erklärt, dass infolge des Stillstands erhebliche Personalreduzierungen begonnen haben. Ein Beamter des Office of Management and Budget, der anonym sprach, beschrieb den Personalabbau als "erheblich". Die wirtschaftlichen Auswirkungen solcher Beurlaubungen und potenziellen Personalreduzierungen gehen über die Bundesangestellten hinaus und beeinträchtigen die
Konsumausgaben und das Geschäftsvertrauen.