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2025-10-08 06:53 Lesezeit: 6 Min

AppLovin unter SEC-Ermittlung: Aktien stürzen nach Datenpraktiken ab

Die Marktreaktion auf die Datenerfassungspraktiken von AppLovin war schnell und heftig: Die Aktien fielen im nachbörslichen Handel um über 15 %. Dieser deutliche Rückgang folgt auf Berichte, dass die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) eine Untersuchung der Methoden des Unternehmens zur Erfassung von Nutzerdaten eingeleitet hat. Die Untersuchung, die angeblich von der Abteilung für neue Technologien und Cybersicherheit der SEC durchgeführt wird, konzentriert sich auf die Anschuldigungen, dass AppLovin möglicherweise Servicevereinbarungen mit wichtigen Plattformpartnern wie Apple und Google umgangen hat, um durch unbefugte Tracking-Techniken gezieltere Werbung zu ermöglichen. Diese regulatorische Überprüfung erfolgte im Anschluss an eine Beschwerde eines Informanten, die Anfang des Jahres eingereicht wurde, sowie an kritische Berichte von Leerverkäufern. Obwohl die SEC noch keine formellen Anklagen gegen AppLovin oder seine Führungskräfte erhoben hat, hat die bloße Bekanntgabe der Untersuchung eine sofortige Marktreaktion ausgelöst. AppLovin hat öffentlich erklärt, regelmäßig mit Regulierungsbehörden zu interagieren, und sich verpflichtet, wesentliche Entwicklungen über geeignete öffentliche Kanäle bekannt zu geben. Die SEC lehnte es unter Einhaltung der üblichen Praxis während staatlicher Schließungen ab, sich zu der Angelegenheit zu äußern. Die Auswirkungen dieser Untersuchung sind angesichts der erheblichen Marktentwicklung von AppLovin im Laufe des Jahres besonders bemerkenswert. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens hatte sich fast verdoppelt und überstieg 230 Milliarden US-Dollar, was größtenteils auf die steigende Nachfrage nach KI-gesteuerten Werbetools zurückzuführen ist. Die kürzliche Aufnahme des Unternehmens in den S&P 500 Index hatte sein Profil bei institutionellen Anlegern weiter erhöht, was die aktuelle Untersuchung zu einer erheblichen Herausforderung für seine aufstrebende Entwicklung macht.

Anschuldigungen wegen verdeckter Tracking-Techniken

Prominente Leerverkäuferfonds, darunter Fuzzy Panda und Muddy Waters, waren besonders lautstarke Kritiker und behaupteten, AppLovin habe verbotene Tracking-Methoden wie Device Fingerprinting eingesetzt, um Nutzer über verschiedene Anwendungen und Websites hinweg zu identifizieren. Solche Praktiken würden, falls bestätigt, direkt gegen die Datenschutzrichtlinien von Plattformen wie Apple und Google verstoßen. Muddy Waters hatte AppLovin zuvor als "ein weiteres täuschendes Ad-Tech-Unternehmen" bezeichnet. Als Reaktion darauf hat der CEO von AppLovin, Adam Foroughi, diese Behauptungen vehement zurückgewiesen, die Berichte als ungenau bezeichnet und erklärt, dass das Unternehmen keine persistenten alternativen Identifikatoren entwickelt habe. Um diese Anschuldigungen zu entkräften, hat AppLovin im März den prominenten Anwalt Alex Spiro, Partner bei Quinn Emanuel, beauftragt, eine unabhängige Untersuchung des Ursprungs der kritischen Berichte zu leiten. Spiros Beteiligung, der hochkarätige Persönlichkeiten wie Elon Musk vertritt, unterstreicht die erheblichen Abwehrmaßnahmen, die das Unternehmen ergreift.

Partnerschaften und regulatorisches Klima

AppLovin unterhält Geschäftsbeziehungen mit großen Technologieunternehmen wie Meta, Amazon und Google. Es ist jedoch unklar, ob diese Partnerschaften im Mittelpunkt der laufenden SEC-Untersuchung stehen, und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass die SEC das Verhalten dieser Partnerunternehmen prüft. Der Druck auf AppLovin ist vielfältig und reicht über regulatorische Bedenken hinaus bis hin zu verschärften Angriffen von Leerverkäufern, wobei der Marktwert bereits die kumulierten Reputationsrisiken widerspiegelt. Die rechtlichen Verfahren schreiten ohne formelle Anklage voran, aber unter einer zunehmend intensiven Beobachtung. Während AppLovin darauf besteht, dass die von Spiro geführten rechtlichen Bemühungen andauern und darauf abzielen, die von ihnen als "nachweislich falsche Berichte" bezeichneten Behauptungen zu widerlegen, bedeuten das derzeitige Umfeld erhöhter Überwachung in Bezug auf Datenschutz und Tracking, dass jede bestätigte Unredlichkeit tiefgreifende Auswirkungen sowohl auf die Aktienkursentwicklung des Unternehmens als auch auf das Vertrauen der Institutionen haben könnte.
Maximilian Braun
Autor
Deutschland

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