Ein signifikanter Anstieg der Preise wichtiger Industriestandards in China in diesem Monat spiegelt eine spürbare Verschiebung in Beijings Herangehensweise an die Bekämpfung tief verwurzelter industrieller Überkapazitäten wider. Diese erneuerte politische Entschlossenheit zielt darauf ab, anhaltenden deflationären Druck im Inland abzumildern und zunehmende internationale Handelsspannungen zu adressieren.
- Wesentlicher Anstieg der Rohstoffpreise in China um 10 % bis 68 % seit Anfang Juli.
- Beijings Erklärung vom 1. Juli gegen "ungeordneten Preiswettbewerb" als Auslöser der Marktreaktion.
- Überdurchschnittliche Performance von Aktien aus Stahl-, Solar- und Clean-Energy-Sektor im Vergleich zum CSI 300 Index.
- Zusagen des Industrieministeriums zur Eindämmung von Preiskämpfen im Solarsektor.
- Regulierungsmaßnahmen und Produktionsinspektionen bei Lithium und Kokskohle führen zu Preissteigerungen.
Anzeichen eines Kurswechsels in Chinas Industriepolitik
Seit Anfang Juli haben Rohstoffpreise, von Stahl und Kohle bis hin zu Polysilizium – einer kritischen Komponente für Solarmodule – sowie Aluminiumoxid und Lithiumkarbonat, erhebliche Zuwächse zwischen 10 % und 68 % verzeichnet. Diese Marktreaktion folgt eng auf Beijings Erklärung vom 1. Juli, „ungeordneten Preiswettbewerb“ zu bekämpfen. Gleichzeitig haben die Aktien von Stahlherstellern, Solarmodulherstellern und Unternehmen für saubere Energie den Referenzindex CSI 300 deutlich übertroffen, was auf eine positive Anlegerstimmung hinsichtlich des Engagements der Regierung hindeutet.
Das politische Signal, verstärkt durch Warnungen der Staatsmedien vor „Involution“ (einem Konzept, das selbstzerstörerischen Wettbewerb beschreibt), scheint in den Ministerien, Regulierungsbehörden und bei den lokalen Regierungen Widerhall gefunden zu haben. Tai Hui, Chief Market Strategist für den asiatisch-pazifischen Raum bei JPMorgan Asset Management, kommentierte, dass diese Initiative eine große Anlegersorge bezüglich des Drucks auf die Gewinnmargen in vielversprechenden Sektoren angeht. Industrien, von traditionellen Schwergewichten wie Stahl und Kohle bis hin zu aufstrebenden Bereichen wie Solarmodulen und Elektrofahrzeugen, hatten trotz früherer, unerfüllter politischer Ankündigungen lange mit Überkapazitäten und sinkenden Preisen zu kämpfen.
Konkrete Maßnahmen und Marktreaktionen
Greifbare Maßnahmen folgten schnell auf das hochrangige politische Treffen. Innerhalb weniger Tage versprach das Industrieministerium, Preiskämpfe im Solarsektor einzudämmen, was in diesem Monat zu einem Anstieg des chinesischen Photovoltaik-Industrieindex um etwa 11 % beitrug. Die Polysiliziumpreise stiegen beispielsweise um 68 %, inmitten von Berichten über eine potenzielle Konsolidierung unter den größten Produzenten. Darüber hinaus löste die vorübergehende Schließung eines Lithiumbergwerks im Nordwesten Chinas aufgrund von Nichteinhaltung von Vorschriften Spekulationen über umfassendere Regulierungsmaßnahmen aus. Ähnlich erreichten die Kokskohlepreise ihre tägliche Obergrenze für drei aufeinanderfolgende Sitzungen, nachdem die Nationale Energieverwaltung Inspektionen zur Eindämmung der Überproduktion in Bergwerken eingeleitet hatte.
Herausforderungen der Reformen
Während Peking historisch Angebotsreformen durchgeführt hat, am bemerkenswertesten vor einem Jahrzehnt in den Bereichen Zement, Stahl, Glas und Kohle, stellt die aktuelle Herausforderung größere Komplexitäten dar. Die Landschaft weist nun einen höheren Grad an Privatbesitz innerhalb dieser Industrien auf, neben potenziellen Fehlanpassungen zwischen den Anreizen der Zentral- und Lokalregierungen. Darüber hinaus stellen begrenzte alternative Beschäftigungsmöglichkeiten ein erhebliches Hindernis für die Aufnahme von Arbeitskräften dar, die durch Kapazitätsreduzierungsbemühungen verdrängt werden, was die Umsetzung dieser Reformen zu einer nuancierten und komplexen Aufgabe für die chinesischen Behörden macht. (Berichterstattung von Reuters)