Gold hat beispiellose Preisniveaus erreicht und übersteigt 4.100 US-Dollar pro Unze, was einen signifikanten Zuwachs von über 50 % seit Jahresbeginn darstellt. Diese Performance übertrifft deutlich den Anstieg des S&P 500 von 14,5 % im gleichen Zeitraum. Seit Oktober 2022 hat sich das Edelmetall um etwa 150 % verteuert. Während die Dauer dieser Rallye kürzer ist als der historische Durchschnitt für Gold-Bullenmärkte, ist ihre Geschwindigkeit erheblich höher, was auf eine potenziell beschleunigte Entwicklung hindeutet.
Mehrere fundamentale Faktoren treiben diesen Anstieg an. Eine Lockerung der Geldpolitik durch die Federal Reserve, ein schwächerer US-Dollar und die Nachfrage, die auf dem von Marktteilnehmern als "Debasement-Trade" bezeichneten Phänomen beruht, sind wesentliche Treiber. Der "Debasement-Trade" bezieht sich oft auf das Anlegerverhalten, wenn Bedenken hinsichtlich einer Währungsabwertung bestehen, was sie dazu veranlasst, nach Vermögenswerten zu suchen, die als intrinsischen Wert besitzend gelten, wie z. B. Gold.
Es gibt jedoch aufkommende Bedenken, dass die aktuelle Rallye ihren Höhepunkt erreicht haben könnte. Strategen wie Michael Hartnett von der Bank of America haben darauf hingewiesen, dass die Begeisterung für Gold über traditionelle Finanzkreise hinausgeht, und zitieren anekdotische Beweise für ein breites Interesse. Gold verzeichnete neun aufeinanderfolgende Wochen mit Anlegereinflüssen, obwohl der jüngste Zufluss der kleinste seit drei Wochen war, was möglicherweise auf eine leichte Abkühlung der Nachfrage hindeutet.
Weitere Analysen von Michael Hsieh von der Deutschen Bank deuten darauf hin, dass technische Indikatoren eher auf eine mögliche Plateauphase als auf eine unmittelbare Korrektur hindeuten. Hsieh geht davon aus, dass der Markt in eine Konsolidierungsphase eintreten könnte, ähnlich dem Verhalten zwischen Juni und August, was eine Pause der Aufwärtsdynamik signalisiert.
Die aktuellen Marktdynamiken erstrecken sich auch auf Silber, das gleichzeitig ein Rekordhoch von 50 US-Dollar pro Unze erreicht hat. Dieser Anstieg der Silberpreise wird auf eine ausgeprägte Angebotsverknappung zurückgeführt, die sich insbesondere in der abnehmenden Verfügbarkeit von Tresorsilber zeigt. Diese Verringerung des leicht verfügbaren physischen Silbers hat den Markt verknappt und direkt zu Preissteigerungen beigetragen sowie die breitere Rallye der Metalle verstärkt.
Branchenführer äußern sich optimistisch hinsichtlich einer fortgesetzten Preissteigerung. Randy Smallwood, CEO von Wheaton Precious Metals Corp., prognostiziert, dass die Goldpreise im nächsten Jahr 5.000 US-Dollar übersteigen werden, mit einer potenziellen Entwicklung in Richtung 10.000 US-Dollar bis Ende des Jahrzehnts. Er hob auch das anhaltende Defizit auf dem Silbermarkt hervor, wo Tresore historisch Engpässe abgemildert haben, nun aber ihre Kapazitäten erschöpfen, was die Attraktivität von Edelmetallen angesichts des knappen Angebots weiter stärkt.