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2025-08-30 09:06 Lesezeit: 7 Min

US-Gericht kassiert Trump-Zölle: Kongress gewinnt Machtkampf um Handelspolitik.

Ein jüngstes Urteil eines Bundesberufungsgerichts stellt die Handelspolitik der aktuellen Regierung erheblich in Frage, indem es eine breite Anwendung von Zöllen, die unter Präsident Donald Trump eingeführt wurden, für ungültig erklärt. Diese Entscheidung des Bundesberufungsgerichts (Federal Circuit Court of Appeals) unterstreicht eine Bekräftigung der Autorität des Kongresses in der Handelspolitik und könnte die Landschaft für US-Importeure und internationale Handelsbeziehungen neu gestalten, mit erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen, sollte sie vom Obersten Gerichtshof bestätigt werden.

  • Das Urteil erklärt breit angelegte Zölle, die unter Präsident Trump eingeführt wurden, für ungültig.
  • Es bekräftigt die verfassungsrechtliche Autorität des Kongresses über die Handelspolitik.
  • Der International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) wurde als unzureichende Rechtsgrundlage für die Zölle befunden.
  • Die Entscheidung könnte weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen für US-Importeure und internationale Handelsbeziehungen haben.
  • Die Trump-Regierung beabsichtigt, gegen das Urteil beim Obersten Gerichtshof Berufung einzulegen.

Das Urteil des Bundesberufungsgerichts

Der Federal Circuit Court entschied in einer geteilten 7:4-Entscheidung, dass der International Emergency Economic Powers Act (IEEPA), die gesetzliche Grundlage, die für die umfassenden Zölle der Regierung angeführt wurde, dem Präsidenten keine so weitreichende Autorität verlieh. Das Gericht betonte, dass die Befugnis zur Erhebung von Steuern, einschließlich Zöllen, verfassungsrechtlich allein dem Gesetzgeber zusteht. Dieses Urteil schafft einen entscheidenden Präzedenzfall hinsichtlich der Gewaltenteilung in Handelsfragen. Das Gericht hat jedoch die Wirksamkeit seiner Entscheidung bis zum 14. Oktober ausgesetzt, was der Trump-Regierung ein Zeitfenster gibt, eine Aufhebung durch den Obersten Gerichtshof zu beantragen.

Die Reaktion der US-Regierung

Als Reaktion auf das Urteil bestätigte das Weiße Haus seine Absicht, die Entscheidung beim Obersten Gerichtshof anzufechten. Ein Sprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, erklärte: "Der Präsident hält an seinen Zöllen fest, und wir erwarten einen eindeutigen Sieg in dieser Angelegenheit." Präsident Trump äußerte sich ebenfalls öffentlich mit starker Missbilligung über das Berufungsgericht, bezeichnete es als "äußerst parteiisch" und zeigte sich zuversichtlich, dass der Oberste Gerichtshof zu seinen Gunsten entscheiden würde, da die Aufhebung dieser Zölle für die Nation schädlich wäre.

Hintergrund: Eine Reihe juristischer Niederlagen

Diese Entscheidung markiert die zweite aufeinanderfolgende juristische Niederlage für die Trump-Regierung in dem kritischen Fall, bekannt als V.O.S. Selections gegen Trump. Diese zusammengefasste Klage geht auf Anfechtungen mehrerer Staaten und zahlreicher kleiner US-Unternehmen zurück. Der Fall ist weiter fortgeschritten als zahlreiche andere Bundesklagen, die die Anwendung des IEEPA durch die Regierung zur Einführung umfassender Zölle in Frage stellen. Die Regierung hatte argumentiert, dass der IEEPA dem Präsidenten die Befugnis verleiht, spezifische Zölle in jeder als notwendig erachteten Höhe zu verhängen, um eine nationale Notlage zu bewältigen.

Zuvor hatte der US Court of International Trade im Mai diese Interpretation zurückgewiesen und auf IEEPA basierende Zölle, einschließlich weltweit verhängter "reziproker" Zölle, für nichtig erklärt. Dieses frühere Urteil hob auch Zölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China auf, die von der Regierung als Maßnahme gegen angeblichen Fentanyl-Handel in die USA gerechtfertigt worden waren. Obwohl diese Entscheidung bis zur Berufung schnell ausgesetzt wurde, zeigten mündliche Verhandlungen im Juli eine erhebliche Skepsis unter den Richtern hinsichtlich der rechtlichen Argumente der Regierung.

Die Begründung des Gerichts und die Grenzen der präsidialen Befugnisse

Der Kern der Entscheidung des Federal Circuit vom Freitag kam zu dem Schluss, dass die angefochtenen Zölle die Befugnisse des Präsidenten unter dem IEEPA überschritten. Das Gericht stellte fest, dass diese Zölle, sowohl die im Zusammenhang mit "Handel" als auch die "reziproken" Zölle, "keine Begrenzungen in Umfang, Höhe und Dauer" aufweisen. Es wurde weiter festgestellt, dass diese Zölle auf nahezu alle importierten Waren angewendet wurden (und im Falle reziproker Zölle auf die meisten Länder), hohe und schwankende Sätze auferlegten, die die etablierten US-Zolltarife überschritten, und nicht zeitlich begrenzt waren. Dieses Urteil zieht eine entscheidende rechtliche Grenze für die präsidiale Entscheidungsfreiheit in der Handelspolitik und unterstreicht die verfassungsmäßige Gewaltenteilung zwischen Exekutive und Legislative bei wirtschaftlichen Maßnahmen.

Jonas Weber
Autor
Deutschland

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