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2025-07-01 09:42 Lesezeit: 6 Min
Analyse +2

Zukunft der Arbeit: Wie Mitarbeitererfahrung und Agentische KI die Produktivität in Europa steigern

Das Fundament der europäischen Wirtschaftsproduktivität könnte weniger stabil sein, als gemeinhin angenommen wird. Der Bericht der "European Workforce Study 2025" zeigt auf, dass lediglich 59 % der Arbeitskräfte des Kontinents eine hohe Arbeitszufriedenheit äußern. Diese Kennzahl, die scheinbar auf den Bereich der Personalwirtschaft beschränkt ist, weist eine tiefgreifende Korrelation mit dem nationalen BIP pro Arbeitsstunde auf, was darauf hindeutet, dass das Wohlbefinden der Mitarbeiter nicht nur ein soziales Anliegen, sondern ein entscheidender Faktor für die Geschäftseffizienz und die gesamte Wirtschaftsleistung ist.

Erhebliche Unterschiede in der Mitarbeiterzufriedenheit bestehen quer durch Europa. Länder wie Dänemark (75 %), Norwegen (73 %) und Schweden (68 %) melden eine hohe Zufriedenheit, während Polen (47 %), Griechenland (44 %) und Italien (43 %) deutlich niedrigere Werte aufweisen. Diese Diskrepanz unterstreicht einen direkten Zusammenhang zwischen der Moral der Arbeitskräfte und der nationalen Wirtschaftsleistung.

Auf mikroökonomischer Ebene haben unzufriedene Mitarbeiter entscheidende Auswirkungen auf die Rentabilität von Unternehmen. Laurent Millan von NTT, Solution Consulting Manager für Customer Experience (CX) und Employee Experience (EX), betont, dass Akquisitionskosten für Kunden verschwendet werden, wenn schlechte Erfahrungen zu Kundenabwanderung führen. Ein effektiver Kundenservice hängt von Mitarbeiterschulung, Erfahrung und Engagement ab. Eine hohe Mitarbeiterfluktuation verursacht erhebliche Einarbeitungskosten und mindert die Produktivität, da neue Mitarbeiter viel Zeit benötigen, um effizient zu werden, was oft zu Kundenunzufriedenheit und Umsatzverlusten führt.

Die Notwendigkeit von Mitarbeiterbindung und Technologie

Die zunehmende Mobilität der Arbeitskräfte – wobei LinkedIn-Daten darauf hindeuten, dass Berufseinsteiger im Laufe ihrer Karriere deutlich mehr Arbeitsplätze erwarten – verschärft die Herausforderungen der Mitarbeiterbindung. Dies erfordert einen strategischen Fokus auf die Employee Experience (EX), um störende Personalabgänge zu mindern. Millan hebt CX als einen starken Motor für Kundenloyalität und Differenzierung hervor und unterstreicht damit die wesentliche Notwendigkeit, qualifiziertes Personal zu halten.

Die Verbesserung der EX umfasst grundlegende Elemente wie nahtlose Möglichkeiten für Fernarbeit und hochwertige IT-Tools. Der Bericht der "European Workforce Study" unterstützt flexibles Arbeiten zur Mitarbeiterbindung: 50 % der Hybrid-Mitarbeiter gaben an, zufrieden zu sein, deutlich mehr als Vor-Ort-Mitarbeiter (44 %) und reine Fernarbeiter (37 %). Dies unterstreicht die Bedeutung von Flexibilität und robuster technologischer Unterstützung für eine stabile Belegschaft.

Mit Blick in die Zukunft identifiziert Millan Agenten-KI (Agentic AI) als eine transformative Technologie, die CX und EX neu definieren wird. Im Gegensatz zu statischen, regelbasierten Systemen ist Agenten-KI darauf ausgelegt, Autonomie, logisches Denken und kontextuelles Verständnis zu integrieren, wodurch dynamische, sich entwickelnde Fähigkeiten entstehen, die sich an Geschäftsbedürfnisse und Kundenanforderungen anpassen. Ihre inhärente Flexibilität ist entscheidend für moderne Unternehmen, die ständig skalierbare und transformierbare Lösungen benötigen.

Letztlich bildet die Synthese aus einer hoch engagierten Belegschaft, überlegenen Kundenerlebnissen und fortschrittlicher technologischer Unterstützung wie Agenten-KI einen entscheidenden Knotenpunkt für den Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die strategisch in diese miteinander verbundenen Bereiche investieren, sind besser positioniert, um nachhaltiges Wachstum voranzutreiben, die Produktivität zu steigern und dauerhafte Kundenbindung in einer zunehmend dynamischen Weltwirtschaft aufzubauen.

Lena Hoffmann
Autor
Deutschland

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