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2025-08-21 14:50 Lesezeit: 6 Min

Porsche Cellforce: Stellenabbau und 295 Mio. Euro Belastung für die E-Strategie

Porsches ehrgeizige Elektrofahrzeug-Strategie (EV) erfährt eine bedeutende Neujustierung, da das Unternehmen sich darauf vorbereitet, die Aktivitäten seiner Tochtergesellschaft für Hochleistungsbatteriezellen, der Cellforce Group GmbH, drastisch zurückzufahren. Dieser strategische Schwenk, der erhebliche Personalabbau umfasst, deutet auf eine mögliche Abkehr von der hauseigenen Zellproduktion für den deutschen Sportwagenhersteller hin und wirft Fragen bezüglich seiner langfristigen Elektrifizierungs-Roadmap auf.

  • Porsches EV-Strategie wird neu ausgerichtet.
  • Die Aktivitäten der Cellforce Group werden erheblich reduziert.
  • Ein signifikanter Personalabbau ist die Folge.
  • Dies deutet auf eine Abkehr von der hauseigenen Batteriezellproduktion hin.
  • Für Porsche entstehen erhebliche finanzielle Belastungen.
  • Die langfristige Elektrifizierungsstrategie wirft neue Fragen auf.

Neuausrichtung der Cellforce Group

Berichten zufolge stehen etwa 200 der 286 Mitarbeiter von Cellforce in Kirchentellinsfurt, Deutschland, vor Entlassungen. Dieser Schritt legt nahe, dass die ursprünglich für die Großserienproduktion konzipierte Anlage möglicherweise zu einer kleineren Forschungs- und Entwicklungseinheit umgewandelt wird, falls überhaupt Produktionskapazitäten erhalten bleiben. Porsche hat sich zu diesen Berichten bisher nicht öffentlich geäußert, obwohl eine Massenentlassung Berichten zufolge bei der örtlichen Arbeitsagentur angemeldet wurde.

Die Entstehung und ursprüngliche Vision

Die Reise von Cellforce begann 2021 als Gemeinschaftsunternehmen zwischen der Porsche AG und dem Batteriezellhersteller CustomCells mit dem Ziel, fortschrittliche Batteriezellen zu entwickeln, die für Porsches nächste Generation von Elektrofahrzeugen entscheidend sind. Die Initiative erhielt bemerkenswerte Unterstützung, darunter staatliche Förderungen in Höhe von 17 Millionen Euro bis 2022. Porsche übernahm anschließend 2023 die vollständige Eigentümerschaft an Cellforce, mit der Absicht, die Produktion über die ursprünglichen Pläne hinaus erheblich auszuweiten.

Strategische Umkehr und finanzielle Folgen

Diese ehrgeizige Entwicklung war jedoch nur von kurzer Dauer. Bereits im April gab Porsche bekannt, die Tochtergesellschaft nicht mehr eigenständig zu betreiben. Trotz gemeldetem Interesse von potenziellen strategischen Partnern, darunter Automobilhersteller wie BMW und Unternehmen aus dem Verteidigungssektor, die Anwendungen für Militärdrohnen prüfen, haben sich keine neuen Investoren für Cellforce materialisiert. Diese strategische Umkehr hat erhebliche finanzielle Auswirkungen für Porsche, da die Abschreibung der Produktionsanlagen von Cellforce das Unternehmen Berichten zufolge rund 295 Millionen Euro kostet.

Auswirkungen auf Mitarbeiter und Porsches Gesamtstrategie

Die Umstrukturierung betrifft etwa 200 Cellforce-Mitarbeiter, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, eine Situation, die im Gegensatz zu Porsche selbst durch das Fehlen einer Beschäftigungsgarantie oder eines Betriebsrates erschwert wird. Michael Steiner, Entwicklungsvorstand und Vizepräsident bei Porsche, ist zur Ansprache der Belegschaft bezüglich dieser Entwicklungen vorgesehen. Diese Herausforderungen bei Cellforce unterstreichen grundlegende Fragen für Porsches breitere Elektrifizierungsstrategie, die von CEO Oliver Blume vorangetrieben wird und stark auf hauseigene Hochleistungsbatteriezellen setzte, um das prognostizierte EV-Umsatzwachstum und die Rentabilität voranzutreiben.

Jonas Weber
Autor
Deutschland

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