In Washington spitzt sich eine bedeutende politische und finanzielle Auseinandersetzung zu, nachdem die republikanische Abgeordnete Anna Paulina Luna das US-Justizministerium formell aufgefordert hat, strafrechtliche Ermittlungen gegen den Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, einzuleiten. Der Kern ihrer Anschuldigung dreht sich um Vorwürfe des Meineids und der absichtlichen Verschleierung überhöhter Ausgaben im Zusammenhang mit der umfassenden Renovierung des Eccles Building, des Hauptsitzes der Federal Reserve. Diese hochrangige Anfechtung des Fed-Vorsitzenden unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen konservativen politischen Fraktionen und der Zentralbank des Landes – eine Dynamik mit potenziell weitreichenden Auswirkungen auf die Stabilität der Finanzmärkte und die wahrgenommene Unabhängigkeit der Federal Reserve.
- Die republikanische Abgeordnete Anna Paulina Luna fordert strafrechtliche Ermittlungen gegen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell.
- Die Vorwürfe umfassen Meineid und die absichtliche Verschleierung von Mehrausgaben bei der Renovierung des Eccles Building.
- Die geschätzten Renovierungskosten sollen von 1,9 Milliarden USD auf 2,5 Milliarden USD gestiegen sein.
- Powell wird vorgeworfen, luxuriöse Ausstattungsmerkmale trotz vorliegender Projektpläne geleugnet zu haben.
- Die politische Konfrontation verstärkt Spannungen zwischen konservativen Kräften und der US-Zentralbank.
Laut der Abgeordneten Luna, einer Verbündeten von Präsident Donald Trump, soll der Vorsitzende Powell bei einer kürzlichen Anhörung vor dem Senatsausschuss für Bankwesen wissentlich falsche Aussagen unter Eid gemacht haben. Ihre Behauptungen zielen insbesondere auf Powells Zeugenaussage zur Art und den Kosten des Umbaus des Eccles Building ab. Luna behauptet, Powell habe die Aufnahme opulenter Annehmlichkeiten wie VIP-Speisesäle, Marmorverkleidungen, aufwendige Wasserinstallationen, einen Dachgarten und moderne Aufzüge geleugnet, obwohl diese in den Projektplänen offensichtlich vorhanden waren. Darüber hinaus wirft sie ihm vor, dass die Renovierungskosten von einer ursprünglichen Schätzung von 1,9 Milliarden USD auf 2,5 Milliarden USD erheblich gestiegen seien – eine Größenordnung, die ihrer Ansicht nach absichtlich heruntergespielt wurde.
In ihrer Eingabe an das Justizministerium hebt die Kongressabgeordnete hervor, was sie als absichtliche Falschdarstellung des aktualisierten Umbauplans bezeichnet. Luna argumentiert, Powell habe das Projekt als vereinfacht dargestellt, um seinen wahren Umfang und die steigenden Kosten zu verschleiern. Sie führt Diskrepanzen zwischen Powells Aussagen und den offiziellen Plänen an, die bei der National Capital Planning Commission eingereicht wurden, sowie den ursprünglichen Genehmigungen, die von Russell Vought, dem Direktor des Office of Management and Budget, erteilt wurden. Dies stellt die Transparenz und Aufsicht über erhebliche öffentliche Ausgaben innerhalb einer kritischen Bundesinstitution infrage.
Politische Verwerfungen und geldpolitische Implikationen
Als Reaktion auf diese Vorwürfe soll der Vorsitzende Powell alle Anschuldigungen der Falschaussage zurückgewiesen und eine interne Untersuchung der Renovierungsausgaben eingeleitet haben. Diese administrative Maßnahme hat den politischen Druck jedoch nicht entschärft. Abgeordnete Luna hat offen Powells Absetzung gefordert, was ein Segment der konservativen Meinung widerspiegelt, das seit Langem die Politik und Führung der Fed kritisiert. Präsident Trump, der zuvor bereits Unzufriedenheit mit Powell geäußert hatte, erklärte im April, er beabsichtige nicht, den Fed-Vorsitzenden zu entlassen, was eine nuancierte Haltung innerhalb der Republikanischen Partei signalisiert.
Bedenken hinsichtlich potenzieller Marktinstabilität unterstreichen das delicate politische Gleichgewicht. Moderate Republikaner und Unterstützer von Vorsitzendem Powell haben die Befürchtung geäußert, dass seine Absetzung erhebliche Volatilität an den verschiedenen Finanzmärkten auslösen könnte, insbesondere angesichts der zentralen Rolle der Federal Reserve für die globale Wirtschaftsstabilität. Dieser anhaltende Konflikt wird durch die anhaltende Kritik von Präsident Trump und seinen Verbündeten an der Zinspolitik der Fed weiter verschärft. Trotz Forderungen nach Zinssenkungen hielt die Federal Reserve ihren Leitzins im Juni zum vierten Mal in Folge bei 4,5 %, wobei Powell die Einschätzung der Zentralbank bekräftigte, dass eine Lockerung der Geldpolitik derzeit nicht gerechtfertigt sei.
Der breitere Kontext dieses Disputs umfasst die langjährigen öffentlichen Kritikäußerungen von Präsident Trump an Jerome Powell, die bereits früh in seiner Präsidentschaft begannen. Eine weitere Komplexitätsebene fügte eine vorläufige Entscheidung des Obersten Richters John Roberts Jr. im April hinzu, die die Befugnis des Präsidenten bestätigte, bestimmte Mitarbeiter der Federal Reserve zu entlassen. Dieser rechtliche Präzedenzfall, obwohl er die Position des Vorsitzenden nicht direkt betrifft, beleuchtet die anhaltenden Spannungen zwischen der Unabhängigkeit der Fed und der Exekutivaufsicht und bereitet die Bühne für eine langwierige und bedeutsame Prüfung der Operationen der Institution und ihrer Führung.