Die unabhängige Haltung der Federal Reserve steht erneut unter erheblicher Beobachtung, da Präsident Donald Trump öffentlich starke Kritik an ihrer Führung geäußert hat, insbesondere an Chairman Jerome Powell und Gouverneurin Lisa Cook. Diese Äußerungen unterstreichen eine anhaltende Spannung zwischen der Wirtschaftsagenda der Exekutive und den geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbank, insbesondere im Hinblick auf Zinssätze und deren wahrgenommenen Einfluss auf den Wohnungssektor.
- Präsident Trump fordert Zinssenkungen von der Federal Reserve.
- Er kritisiert Chairman Powell für negative Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt.
- Zusätzlich fordert Trump den Rücktritt von Gouverneurin Lisa Cook.
- Aktuelle Wirtschaftsdaten zeigen gemischte Inflationsentwicklungen.
- Die Hypothekenzinsen sind leicht gesunken.
- Die Rede von Chairman Powell in Jackson Hole wird mit Spannung erwartet.
Präsident Trumps Kritik an der Federal Reserve
Forderungen nach Zinssenkungen und Kritik an Powell
Am Dienstag bekräftigte Präsident Trump seine Forderung an die Federal Reserve, Zinssenkungen vorzunehmen, und behauptete, die aktuelle Politik von Chairman Powell wirke sich nachteilig auf den Immobilienmarkt aus. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Präsident Trump: "Könnte bitte jemand Jerome 'Too Late' Powell informieren, dass er die Wohnungsbauindustrie sehr stark schädigt? Die Leute können wegen ihm keine Hypothek bekommen." Er behauptete weiter: "Es gibt keine Inflation, und jedes Zeichen deutet auf eine große Zinssenkung hin."
Rücktrittsforderung an Gouverneurin Lisa Cook
Am Mittwoch weitete der Präsident seine Kritik auf die Gouverneurin der Federal Reserve, Lisa Cook, aus und forderte ihren Rücktritt. Dieser Aufruf erfolgte Berichten zufolge aufgrund eines Berichts, der besagte, dass der Leiter der U.S. Federal Housing Finance Agency das Justizministerium aufgefordert hatte, Gouverneurin Cook wegen angeblicher Hypothekenbetrugsfälle zu untersuchen.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Markterwartungen
Inflationsdaten und Zinsprognosen
Diese präsidialen Äußerungen fallen mit jüngsten Wirtschaftsdaten zusammen, die unterschiedliche Inflationsdrücke anzeigen. Das Bureau of Labor Statistics berichtete, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) im Juli monatlich um 0,2 % und jährlich um 2,7 % gestiegen ist. Während die monatliche Zahl mit den Schätzungen der LSEG-Ökonomen übereinstimmte, lag die jährliche Rate marginal unter der Prognose von 2,8 %. Umgekehrt übertraf der Erzeugerpreisindex (EPI) für Juli die Erwartungen und stieg gegenüber dem Vormonat um 0,9 % und jährlich um 3,3 %, was deutlich höher war als die von LSEG erhobenen Prognosen von 0,2 % monatlich und 2,5 % jährlich, was breitere Bedenken hinsichtlich der Inflationstrends aufkommen lässt.
Entwicklung der Hypothekenzinsen und Powells Rede
Inmitten dieses wirtschaftlichen Umfelds verzeichnete der Referenzzinssatz für eine 30-jährige Festhypothek in der letzten Woche einen leichten Rückgang und fiel von 6,63 % auf 6,58 %, den niedrigsten Stand seit Oktober, so Freddie Mac. Investoren warten nun gespannt auf die Rede von Chairman Powell auf dem jährlichen Jackson Hole Zentralbanken-Symposium am Freitag, um weitere Einblicke in die wirtschaftlichen Aussichten der Federal Reserve und die potenzielle Entwicklung der Zinspolitik zu erhalten. Die nächste geldpolitische Sitzung der Federal Reserve ist für den 16. und 17. September angesetzt.