Angesichts der eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten reagierten die globalen Finanzmärkte scharf auf die jüngsten Militäraktionen zwischen Israel und Iran. Dieser plötzliche Anstieg des regionalen Konflikts löste eine ausgeprägte Flucht in sichere Häfen aus, was zu einer deutlichen Rallye des US-Dollars sowie zu erheblichen Kursgewinnen bei Gold und Rohöl führte.
Dollar gewinnt inmitten geopolitischer Unruhen an Boden
Der US-Dollar, der zuvor nahe Mehrjahrestiefs notiert hatte, erlebte eine bemerkenswerte Erholung, die hauptsächlich durch diese erneute Nachfrage nach sicheren Anlagen getrieben wurde. Der Dollar-Index, der seine Wertentwicklung gegenüber einem Währungskorb wichtiger Währungen misst, stieg um etwa 0,4 % auf 98,28. Diese Verschiebung markierte einen kritischen Wendepunkt für die Währung, die zuvor durch Erwartungen von Zinssenkungen der Federal Reserve und innenpolitische Unsicherheiten in den Vereinigten Staaten unter Druck geraten war.
Die Marktreaktion erfolgte auf israelische Luftangriffe, die Berichten zufolge eine gezielte Operation gegen iranische Ziele waren und denen ein Vergeltungsdrohnenangriff Teherans auf israelisches Territorium folgte. Dieser Austausch erhöhte sofort die globale Volatilität und verstärkte die Attraktivität traditioneller sicherer Häfen. Washington stellte durch Erklärungen von US-Beamten klar, dass es nicht an den Angriffen beteiligt war, und betonte seine Priorität, amerikanische Streitkräfte in der Region zu schützen. Diese Klarstellung fügte ein Element der Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Konflikts und seiner Auswirkungen auf die Finanzmärkte hinzu.
Die defensive Rolle des Dollars wurde durch seine Performance gegenüber anderen sicheren Währungen weiter unterstrichen. Der Greenback legte gegenüber dem Schweizer Franken um 0,2 % und gegenüber dem japanischen Yen um 0,4 % zu. Laut Strategen bot der geopolitische Katalysator einen willkommenden Schub für einen Dollar, der weithin als überverkauft und unterbewertet galt. Analysten merkten jedoch an, dass unter normalen Umständen die Aufwertung des Dollars angesichts der Schwächung seiner traditionellen Korrelationen mit Aktien und Anleihen signifikanter hätte ausfallen können. Zum Beispiel schien ein Rückgang der S&P 500-Futures (SPY) um 1,5 % den Vormarsch des Dollars zu dämpfen.
Rohstoffpreise steigen aufgrund von Versorgungsängsten
Der Anstieg der Nachfrage nach sicheren Häfen beschränkte sich nicht nur auf Währungen. Auch die Goldpreise spiegelten diese Verschiebung wider: Der Kassapreis für das Edelmetall stieg um 1,4 % auf 3.430,59 US-Dollar, und die August-Futures kletterten um 1,6 % auf 3.457,4 US-Dollar. Die Deutsche Bank hob hervor, dass diese Reaktion die Befürchtungen der Anleger vor einer potenziellen breiteren Eskalation des Konflikts unterstrich.
Die ausgeprägteste Marktreaktion war im Ölsektor zu beobachten. Rohöl-Futures verzeichneten zunächst einen Anstieg von bis zu 13 %, bevor sie sich wieder moderierten. Bis zum Mittagshandel stiegen die Preise für West Texas Intermediate (WTI) und Brent-Rohöl jeweils um rund 6 % und erreichten etwa 72,53 US-Dollar bzw. 73,09 US-Dollar pro Barrel. Marktanalysten warnten vor möglichen Versorgungsunterbrechungen, insbesondere angesichts möglicher Vergeltungsmaßnahmen Irans, einem wichtigen Ölproduzenten.
Diese erneute Stärke des Dollars und des Rohstoffkomplexes trat trotz einer vorherrschenden bärischen Stimmung gegenüber der US-Währung auf, die durch innenpolitische Instabilität und die erwarteten Zinssenkungen der Federal Reserve geschürt wurde. Vor den jüngsten Ereignissen hatte der Dollar-Index seinen tiefsten Stand seit März 2022 erreicht. Die Bank of America (BAC) berichtete, dass Short-Positionen gegen den Dollar bei Anlegern weiterhin ein stark bevorzugter Handel blieben, was darauf hindeutet, dass die Überzeugung von einem schwächeren Dollartrend trotz der durch geopolitische Ereignisse verursachten erheblichen Volatilität weiterhin Bestand hatte.